Wie berechnet sich das Elterngeld?

Elterngeld

Für die familiäre Finanzplanung ist das Elterngeld für zahlreiche junge Familien unverzichtbar geworden. Junge Mütter, die nach der Geburt ihres Kindes vorübergehend aus dem Beruf aussteigen und sich ausschließlich um ihr Baby kümmern wollen, werden dadurch finanziell abgefedert. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Regelungen und die dazugehörigen Ausnahmen, so dass es nicht einfach ist, in dem Gesetzesdschungel den Überblick zu behalten.

Teilen bringt Vorteile

Wenn beide Elternteile sich die Betreuung ihres Kindes teilen, zahlt sich das aus, denn dann erhöht sich die Laufzeit des Elterngeldes auf 14 Monate. Wenn nur ein Elternteil die Betreuung übernimmt, wird die staatliche Leistung nur 12 Monate gezahlt. Voraussetzung für die längere Zahlung des Elterngeldes ist, dass ein Elternteil wenigstens zwei Monate zuhause bleibt. Wie Vater und Mutter sich innerhalb der 14 Monate die Zeit aufteilen, stellt der Gesetzgeber ihnen frei.

Neue Berechnungsmethode für das Elterngeld seit 2013

Seit dem Januar 2013 wird das Elterngeld nach einer neuen Methode berechnet. Vorher war das Nettoeinkommen der letzten 12 Monate die Bemessungsgrundlage. Jetzt wird das Bruttoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt zur Berechnung herangezogen.  Wobei nicht nur Lohn oder Gehalt berücksichtigt werden. Auch Einkünfte nach Abzug der Ausgaben aus Land- und Forstwirtschaft oder einem Gewerbe werden ebenso als Bemessungsgrundlage genommen. Ferner die Gewinnsumme aus jeder selbstständigen Tätigkeit.

Werdende Eltern, die diese Transferzahlung beantragen, erhalten hierfür von staatlicher Seite 67% des bis dahin bezogenen Einkommens. Es werden mindestens 300 Euro pro Monat und maximal 1.800 Euro ausgezahlt.

Wann und wo das Elterngeld beantragt werden muss

Zuständig für die Beantragung des Elterngeldes ist die Elterngeldstelle. Diese wiederum befindet sich in der Regel beim Jugendamt einer Kommune. Der Antrag kann erst gestellt werden, wenn das Baby schon auf der Welt ist. Wer sich mit dem Antrag nach der Geburt noch etwas Zeit lässt, wird nicht benachteiligt. Das Geld wird rückwirkend für drei Monate bezahlt. Es kann von allen werdenden Eltern beantragt werden, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Weitere Voraussetzungen sind, dass das Kind mit dem Antragsteller in einem Haushalt lebt und von diesem selbst betreut wird. Während der Vater oder die Mutter Elterngeld bezieht, besteht kein totales Arbeitsverbot. Während der Zeit darf 30 Stunden wöchentlich gearbeitet werden.

Welche Papiere für das Elterngeld benötigt werden

Zur Antragstellung muss die Geburtsurkunde des Kindes mitgebracht werden. Außerdem wird der Einkommensnachweis im Original verlangt. Selbstständige weisen ihr Einkommen mit dem Steuerbescheid des letzten Kalenderjahrs nach. Da Mütter nach der Geburt unter Mutterschutz stehen und Mutterschaftsgeld beziehen, können sie während dieser Zeit kein Elterngeld beziehen. Wer sich für das Elterngeld entscheidet, darf die Frist bei seinem Arbeitgeber nicht versäumen. Werdende Väter, die in Elternzeit gehen wollen, müssen das ihrem Chef sieben Wochen vor dem wahrscheinlichen Geburtstermin mitteilen. Werdende Mütter haben wegen des gesetzlichen Mutterschutzes eine längere Frist, die sieben Wochen vor dem Auslaufen der Mutterschutzfrist endet.

Doppeltes Glück

Eltern können zusammen für jedes Baby einer Mehrlingsgeburt für 12 Monate Elterngeld beantragen. Für zwei Monate gibt es noch zusätzlich Geld, wenn ein Elternteil auf sein aktuelles Einkommen verzichtet. Das heißt, dass die Eltern auch in diesem Fall die Bezugsmonate untereinander aufteilen dürfen, so dass ein Elternteil für eines der Kinder höchsten 12 und mindestens zwei Monate beantragen kann. Wenn der Vater oder die Mutter für zwei oder mehr Mehrlingskinder zeitgleich Elterngeld erhält, rechnet die Elterngeldstelle für das älteste Kind die Ansprüche der Eltern dem jüngeren Kind an. Für das zweite und jedes weitere Mehrlingskind wird dann nur noch der Mindestbetrag von 300 Euro überwiesen.

Hier sind jedoch Änderungen zum 01.01.2015 geplant, wonach das doppelte Elterngeld wegfallen soll. Diese beinhaltet, das Eltern von Mehrlingen (Zwillinge, Drillinge etc) Anspruch auf zwei zusätzliche Partnermonate haben.

Elterngeld auch beim zweiten Kind

Auch beim zweiten Kind bleibt es bei einem Bemessungszeitraum von 12 Monaten. Jedenfalls im Prinzip. Im Detail gibt es allerdings Abweichungen. Wer innerhalb eines Jahres das nächste Kind zur Welt bringt, kann erneut mit dem vollen Elterngeld rechnen. Wenn jedoch zwischen dem ersten Elterngeldbezug und der nächsten Geburt ein Zeitraum ohne Arbeitseinkommen liegt, gibt es nur den Mindestsatz von 300 Euro im Monat. Wenn das Geschwisterchen unter drei Jahren alt ist, dann wird noch ein Geschwisterbonus gewährt. Der beträgt 10 Prozent vom Elterngeld. Wenn die 10 Prozent weniger als 75 Euro ergeben, wird der Geschwisterbonus entsprechend auf diese Summe erhöht.

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